Corona auf Oculus – Kapitel 368: Erkundung der Wahrheit, die die Erde durchzieht -6

Die Aufforderung, die Leute in den anderen Luftschiffen zu evakuieren, trugen die beiden, die es gehört hatten, die Strickleiter hinauf, um die Nachricht weiterzugeben.

Doch weder die Hinaufgehenden noch die Vor Ort Verbliebenen verstanden recht.

An der hängenden Strickleiter kam ein Mann in blauer Uniform und fragte: „Vorsitzende Buchen – was meint ihr mit Evakuierung? Ist dieser Wind gefährlich?“

Ang Paris stand ruhig daneben; Yang Zicang starrte auf den Boden, dachte nach und sagte: „Der Wind ist ziemlich gefährlich. Aber seid unbesorgt – ich habe einen Weg.“

„Einen Weg?” Die Umstehenden starrten sich einigermaßen ratlos an.

Darauf trat Ang Paris einen Schritt vor und sah einem Mann mit Ausweis des Büros des Premierministers von Steffen in die Augen:

„Vorsitzende Yang Buchen ist eigens gekommen, um mit dem Premierminister über Wichtiges zu sprechen. Bitte vermitteln Sie uns.“

„Das…” Der Herr warf einen Blick auf den schweigenden Yang Zicang neben Ang Paris, nickte dem stark verbrannten Gesicht zu, drehte sich um und rannte zu einem laufenden Kleinwagen, der rasch rückwärts zur anderen Straßenende fuhr.

Einige umher tuschelten leise und spürten den Wind, der in ihrer Erinnerung nie mit einer Katastrophe verbunden war.

Doch als sie umherblickten – fliegende Blätter und Müll – zogen zwei von den Luftschiffen, die wegen der Nachmittagshitze dünne Jacken trugen, die kurzen Ärmel um die Westen enger.

Yang Zicang stützte die Hand auf die Schulter des Braunlöwen-Obersts und zog ihn ein paar Schritte beiseite.

„Willst du beim Premierminister Ressourcen?“

„Nein.” Paris sah ihn an und flüsterte: „Deine uralte Information dem Premierminister zur Verwahrung zu geben, ist das sicherste, schwierigste und wertvollste Sammeln.“

Bald kam der Wagen zurück.

Vielleicht aus dem Löwengeist von Steffen heraus hatte der Premierminister die leere Stadt heute nicht einen Schritt verlassen.

Yang Zicang, der mitkommende Braunlöwen-Oberst und Gail, der keinen Schritt verlieren wollte, stiegen ein und fuhren zur Residenz, wo der Premierminister gerade war.

Als sie eintraten, erhob sich Premierminister Friedrich von Steffen und ging, von den Begleitern gefolgt, den drei an der Tür entgegen.

Bald kamen die drei wieder heraus.

Gail, starr und etwas bewusstlos, folgte den beiden die Steinstufen hinab.

Sein Kopf surrte.

……

Ein ziviles Drehflügelflugzeug landete gegen den Wind in Chongshuang-Stadt.

In der Stadt, die noch einen Ring alter Mauern behielt, traten schwarze Gestalten aus einem viereckigen, langen, vierstöckigen weißwandigen Gebäude mit Schrägdach und gingen dem kleinen Flugzeug entgegen.

Ein grauhaariger Mann mit Umhang auf dem Rücken kam näher und fragte, warum man zu dieser Zeit hier erscheine.

Der Mann, der aus dem Bauch des Flugzeugs stieg, blickte über die abgelegene Kleinstadt: Dämmerdunkel, auf blassen Wolken tauchten Sternenpunkte auf.

Das weite, hohe, klare Gefühl öffnete ihm das Herz etwas.

Der Mann mit hochgekrempelten Ärmeln sagte:

„Der Beauftragte sagt: Chongshuang hat sowohl geringe Jahresniederschläge und damit niedrige Feuchtigkeit als auch geringe atmosphärische Turbulenzen und ruhige Strömungen – ein Beobachtungsort, der besonders gepflegt werden sollte. Deshalb ist Chongshuang außerhalb Hevenchiks der erste Ort, dem Beobachtungsmaterial der ‚Operation Kapitänsauge’ zugeteilt wird.“

„Wie bitte!” Der Grauhaarige war erstaunt. „Wirklich… so etwas!“

Zu seinen Seiten blickten die schwarzgekleideten Männer und Frauen neugierig auf den Mann vom Flugzeug.

Kapitänsauge. Mit flatternden Kleidern tauschten sie das Wort leise – keiner hatte es gehört.

Die Jahre in der stillen Kleinstadt hatten ihnen nicht den Eindruck gegeben, die alte Stadt sei besonders schützenswert.

Auf dem kleinen Hügel weder Bergwerk noch Verkehrsknoten noch besondere Erzeugnisse – außer den von den Gutsherren großflächig angebauten Kakaofrüchten und einigen Wildkräutern.

Das Mädchen mit hellviolettem Haar dachte: Selbst die Untergangsdämonen ließen diesen kahlen Ort links liegen. Vielleicht hielt der Handelsbundchef Chongshuang deshalb seit Jahren als Hauptquartier.

Neben dem Mädchen kniff ein Mann mit von draußen ausgetrockneter, fleckiger Haut die Faust und blickte auf das Flugzeug und die Kiste darin.

Seliulas war etwas erregt; er ging mit den Näherkommenden vor. „Soll ich helfen?“, bot er an.

Der grauhaarige alte Handelsbundchef musterte den fleißigen jungen Mann – fast zehn Jahre im Bund, vertrauenswürdig.

„Hilf mir, die Kiste herunterzutragen.“

„Zu Befehl, Herr Jorgen.“

Aus dem Gespräch wissend, dass darin ungefähr „Ferngläser” steckten und sogleich verteilt werden sollten, trug Seliulas die Kiste mit beiden Armen zu den anderen: „Kommt, Jungs, wir teilen sie.“

„Gut!“

Sie kamen näher; er setzte die Kiste ab.

Von hinten hörte man Jorgens Gespräch mit dem Ankömmling…

„Außer den Ferngläsern sind das die Unterlagen jenes Herrn. Bitte an alle verteilen.“

„Nur das – keine weiteren Unterlagen?“

„Mehr gibt es nicht, aber das genügt, um ihn zu finden. Jedenfalls müsst ihr nur wissen, dass er noch lebt.“

Seliulas, dem dieser Bund zugeteilt war, spürte heiße Ohren und freudige Erregung: Hätte nicht gedacht, dass der Bund, der schon aufgegeben hatte, verdächtige Spuren zu suchen, in diesem entscheidenden Moment endlich Geheimnisse preisgeben würde…

Mehrere Hände halfen, die fest versiegelte Holzkiste aufzubrechen.

Dann erstarrten die Muskeln im lächelnden Gesicht des Seliulas, als er sah, was in der Kiste lag.

Alles ordentlich gestapelte Ferngläser – kaum zehn Stück.

Das violetthaarige Mädchen nahm eines, zog den eingezogenen Tubus heraus, kniff ein Auge zu und blickte links und rechts.

Als die anderen griffen, nahm auch Seliulas eines und zog und drehte forschend.

Er senkte das Glas und strich ungläubig darüber: grobe Teile, reiche Funktionen, sonst ganz gewöhnlich.

……

Einige gewöhnliche Leute, die vom Luftschiff gestiegen waren, standen angespannt beisammen.

Dass der Vorsitzende, der eigentlich gehen wollte, sie nach dem Abstieg wieder rufen und mitnehmen ließ, war seltsam.

Einschließlich Miss „Haili Koni” wurden sie rasch zu einem sehr merkwürdigen Wagen gebracht.

Bald kam ein so schweigender, gefühllos wirkender Mann an den Straßenrand.

Die Leute um Haili Fanny, die über den seltsamen Wagen murmelten – vielleicht „vierschieniger Verschachtelungs-Sonderzug” oder „LKW-Zug” –, drehten sich verwundert um und musterten den jungen Mann in Steffen-Uniform ohne Rangabzeichen, dessen Alter man nicht schätzen konnte.

Gefühllos sagte er: „Freunde. Ich bin Nummer Fünf. Ich werde euch nach Hevenchik geleiten.“

„Geleiten?“

„Und Vorsitzende Yang? Hat nicht er uns heruntergerufen?“, fragten sie.

Haili Fannys innerer Jubel kühlte ab.

Der ausdruckslose Mann, der sich Nummer Fünf nannte, hob die Lider und sagte:

„Herr Buchen sagt, er möchte nicht, dass man sieht, was er zuletzt tut. Deshalb muss die weitere Reise teilweise geheim bleiben.“

Haili Fanny trat vor. „Entschuldigung, ich muss zurück zum Luftschiff – es gibt noch Aufnahmen.“

„Ah, und ich habe auch noch Unerledigtes.” Einer hob entschuldigend die Hand, nickte und trabte zur Seite.

„Dann… gehe ich auch zurück. Einfach so wegzulaufen wäre weder ehrenhaft noch heldenhaft.“

Nacheinander gingen vier; übrig blieben nur vier einschließlich Jennifer und ein Pudel.

Nummer Fünf sah ihren Rücken zum anderen Straßenende fast emotionslos nach; zwei Sekunden Zweifel in den Augen, dann flach zurück.

Das etwas seltsame Eisenklumpen wurde bald von vier großen Vögeln mit metallisch glänzenden Federn an Seilen hochgehoben.

Die Seile hingen an „westenartigen” Reitsätteln auf ihnen; die Vögel breiteten die Flügel aus. Der Wagen schwebte stabil in die Luft.

Vier Steffen-Kämpfer mit Funkgeräten saßen im Wind jeweils auf dem Rücken der großen Vögel.

Im Waggon.

Nummer Fünf saß auf einem Stuhl der „Königlichen Steedridge” und starrte kalt und geradezu auf Haili Fannys Wange gegenüber – sie verzog das Gesicht vor Scham und Ärger, verschränkte die Arme wie Zhao Xuemei und lehnte sich zurück.

Die Zurückgeholten rieben Schultern und Lenden und saßen brav auf anderen Stühlen.

An einem Gebäude, von dem aus Yang Zicang die fernen schwarzen Punkte sah, fragte Ang Paris: „Lässt du das Mädchen wirklich allein reisen?“

Yang Zicang senkte den Kopf und schwieg kurz. „Eigentlich wollte ich nicht, dass sie mich zuletzt so sieht. Warte – meinst du, auf dem Weg gibt es Probleme?“

Der Oberst lächelte, reichte ein Taschentuch und deutete auf seinen eigenen Lippenrand.

„Nein. Aber manchmal müssen wir wegen unserer Berufsrolle selbst amüsante Gespräche vorsichtig führen.“

„Hm, gut.“

Yang Zicang nahm das Tuch, starrte, wischte sich den Lippenrand und sah Lippenstiftfarbe. Erschrocken rieb er heftig mit dem Handrücken über die Wange.

„Koni! Verdammte Frau.“

„Jetzt nachzujagen ist noch möglich“, lachte der Oberst.

„Ich… lass gut sein. Hier aufzuhören ist am besten.” Yang Zicang wischte wütend die Hände mit dem Tuch ab, hielt inne. „Nenn es meine Selbstsucht.“

„Wird es nicht.” Der Oberst blickte seitlich auf jemanden, der von der Straße kam, und lächelte leise: „Welches Mädchen in unserem Land träumt nicht davon, die Frau eines wahren Helden zu werden.“

Gail kam von hinten. „Alter, ich habe Li Guanghao gefragt – die Brüder mit dem Luftschiff haben deinen Vorschlag gehört und warten, dass du sie nach Hevenchik holst.“

„So etwas hatte ich nicht vor.“

„Ai yoh hey!” Gail erschrak. „Vorsitzende, hast du nicht gefürchtet, alle würden im Wind totgeblasen?“

„Wer hat dir das gesagt.” Yang Zicang warf das Tuch dem grinsenden Gail in die Arme. „Sollen sie selbst sehen. Ich wasche mir das Gesicht.“

Gail sah Yang Zicang in ein Haus nebenan gehen, summte eine Weile, und als der nicht herauskam, ging er argwöhnisch hinein.

Bald rannte Gail entsetzt heraus – dieser verdammte Yang Zicang!

Doch draußen fehlte auch der gewöhnliche Händler mit der falschen Gesichtsmaske an der leeren Straße.

……

Zurück im Hotel kam Yang Zicang in Zimmer 407, das sich mit einem Dreh öffnete und immer noch die Anzeigetafel 0V42 zeigte.

Er legte zwei Karten mit blauem Hintergrundmuster, eine kleine Schachtel Nebelmeer-Frosteis-Körner, die er von Zhao Anlongs Leuten erhalten hatte, und seine Ein-Ring-Blutlinien-Statue in die Schublade, die fortan Liliya gehören würde.

Was die Geschenke der beiden Prinzen von Hevenchik draußen betraf – so kostbar sie waren: Den zweiten Prinzen kannte er nicht und wusste nicht, welche Bitten folgen mochten; und unter den Prinzen vermutete er den Hintermann des Angriffs im Rückreisebus vor zwei Monaten. Deshalb wollte er die beiden Geschenke nicht ins Costella Hotel mitnehmen.

Dann ging er ins Erdgeschoss, fragte nach dem kleinen Säuerchen, das den Fernseher sah, und fand Liliya an der Bar bei Aufzeichnungen.

Nach einigen kleinen Aufträgen senkte Liliya sich.

{Eh~}

Sie musterte den Mann, der ehrliche Wellen ausstrahlte. Als Yang Zicang die wichtigste Bitte – die Weitergabe der Dinge – erledigt hatte, fiel ihm endlich alles vom Herzen. Dann dachte er an die wenigen Minuten, in denen die kleine Reporterin Säuerchen zuletzt erschienen war: Kaum mit ihm hinausgegangen, hatte man auf der chaotischen, lärmenden Straße den Einfluss der großen gesellschaftlichen Erschütterung gespürt, der die Stimmung so schwer fassbar machte…

In der Erinnerung hallten die Sätze der kleinen Reporterin: „lang andauernder gewaltiger Einfluss“, „gerade die Welt der großen Leute hier“, „was für eine große und chaotische Erschütterung” – sie brannten bis jetzt tief in Yang Zicangs Herz.

Er ging aus dem Erdgeschoss des Hotels; die kleine Reporterin sah, begleitet vom Plaudern Motafs und anderer, auf dem Bildschirm einen Ausschnitt der „Liuli-Becher“-Bilder.

Das Tanzstück brach etwa alle fünf Minuten kurz ab und wechselte zu einer anderen Gruppe und Bühne mit der Fortsetzung.

Zum Glück war das Bild schwarzweiß, Personen schwer zu unterscheiden, und die Handlung passte – die Plaudernden schauten recht gebannt.

„Herrin Reporterin Säuerchen, können wir plaudern?“, flüsterte Yang Zicang und warf einen Blick zur herüberblickenden Managerin Bai Li, leise zum kleinen Ding auf dem Tresen.

{Hm?}

Säuerchen drehte sich, sah den Herbeifliegenden. {Was willst du, großer Mann.}

„Es ist so: Ich habe eine Reisegruppe…” Yang Zicang zögerte. Säuerchen hmte, zog das kleine Heft von der Hüfte, nahm den Stift. {Hm, erzähl weiter~}

……

Die Zeit verging.

In der Nacht auf den Ruinen des Weltarche-Hauptquartiers wurden die Gestalten im Wind nicht weniger, sondern mehr.

Der Kronprinz von Hevenchik saß in einem großen wohnwagenartigen LKW; vor ihm einige politische Würdenträger.

Doch sie sprachen kaum, denn der Kronprinz blieb sehr schweigsam und starrte hinaus, fast ohne den Blick zu bewegen.

Furchtsames Flüstern drang zuweilen herein.

„Es ist sieben, Kronprinz.” Ein älterer Herr im Anzug kam. „Gehen wir zuerst essen – das Kommando hat die zweite Portion vorbereitet.“

„Sind Herr Yang Buchen und die Seinen noch nicht herausgekommen?“

„Nach den Leibwachen des Marschalls diskutiert der Vorsitzende im Hotel mit einer Elfe. Der große Wissenschaftler Motaf und Präsident Frederick Bergman von Waldestadt sowie die Ältesten der Erdfeuer-Sekte hören zu.“

Die Lider des Kronprinzen senkten sich.

„Warten wir noch“, sagte er ruhig und gleichmäßig. „Lasst die anderen Wartenden zuerst essen. Heute Nacht sind wir alle gleichen Ranges – kein Zwang zur Etikette.“

„Zu Befehl.” Der Mann ging.

Der Kronprinz schloss kurz die Augen; plötzlich wurden die Stimmen draußen lauter.

Sariqin Hazel riss die Augen auf und sprang wie ein junger Mann flink vom Wagen.

Er spürte Wärme, die rasch aus dem Untergrund stieg, und feine Erschütterungen des Bodens. Viele der Versammelten wollten unruhig hinauslaufen – Angst vor Dämonen-Eisenranken.

Doch der Kronprinz schritt fest zur Mitte der Ruinen; die wenigen im Wagen hinter ihm wechselten Blicke, sprangen ab und folgten. Als sie sahen, dass jene Gestalt nicht fortging, zögerten die Zerstreuungswilligen, sahen sich an und mussten zurück; einige liefen sogar mit umgeschalteten freundlichen Lächeln zum Kronprinzen.

Plötzlich erhellten sich aller Augen.

Donner!

Ein prächtiges vogelgestaltiges Flammenwerk schoss vom Boden in die nächtliche Höhe. Der nie gesehene Wundervogel drehte am Himmel und stürzte donnernd nieder, wurde zu einem flackernden Flammenpfahl, der zwischen Baum- und Vogelform wechselte.

Seine beiden Lider verengten sich und blickten auf die menschlichen Gestalten, die die Notbeleuchtung des Platzes von hinten beschien.

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